Neues aus der Vorfusschirurgie

Hallux valgus

Zur Korrektur des Hallux valgus gibt es viele standardisierte Verfahren heutzutage. Das anzuwendende Verfahren wird nach Ausmass der Fehlstellung (Hallux valgus Winkel, intermetatarsale 1 und 2 Winkel, und dem intrartikulären Winkel) der Grosszehengrundgelenkbeweglichkeit,

und der Gelenkskongruenz gewählt. Eines der häufigsten Verfahren ist die Korrektur des 1. Mittelfussknochens über eine Scarf Osteotomie ( eine Z- förmige Durchtrennung) und über eine Akin Osteotomie des 1. Grundgliedes (Entfernung eines Keils mit medialer Basis). Die Knochenfragment müssen anschliessend in der korrigierten Lage gehalten werden. Bis anhin wurde diese Fixation mit 2-3 Metallschrauben meistens Titanschrauben durchgeführt. Neustens können zu diesem Zwecke bei guter Knochenqualität auch resorbierbare Schrauben (sogennante Zuckerschrauben) angewandt werden. Da diese Schrauben sich innert circa 2 Jahren selbst ausflösen; können teilweise weitere Eingriffe zur Schraubenentfernung vermieden werden.

Die sich selbst auflösenden "nextfeet" Schrauben werden in unserer Praxis seit 2006 bei guter Knochenqualität zur Fixation einer Hallux valgus Korrektur angewandt

Hallux valgus vor Korrektur

Hallux valgus nach Korrektur

 

Metallische Schrauben

Bioresorbierbare Schrauben

 

Hammerzehen

Hammerzehen gehören zu den häufigsten Vorfussproblemen. Diese Deformität führt zu Druckstellen, offener Haut und nicht selten zu Infektionen. Man unterscheidet die Hammerzehen nach Ausmass der Deformität und der Korrigierbarkeit der Deformität. Man teil somit die Hammerzehen in weiche, semi-kontrakte und kontrakte Formen ein. Diese Einteilung ist wichtig für die Auswahl des  operativen Verfahrens, welches gewählt wird für die Korrektur der Fehlstellung.

Die weiche Hammerzehe wird meistens über einen Sehnentransfer (Girdlestone Taylor) korrigiert. Bei der semi-kontrakten Hammerzehe wird meistens zu einer Mittelgelenksresektion mit oder ohne Strecksehneninterponat gegriffen.

Bei der kontrakten Hammerzehe wird meistens die Versteifung des Mittelgelenkes als Verfahren bevorzugt.

Üblicherweise werden nach Resektion des Mittelgelenkes die verbleibenden Knochenflächen aufeinander gestellt und mit einem Draht fixiert. Dieser Draht verläuft von der Zehenkuppe über das Endgelenk und über die resezierten Knochenflächen des Mittelgelenkes. Das heisst der Patient muss 3-4 Wochen mit einem Draht der aus seiner Zehe hinausschaut und einem Spezialschuh unterwegs sein. Es ist somit klar, dass dieser Draht eine Eintrittspforte für Bakterien sein kann und somit ein Infektionsrisiko ist. Auch muss dieser Draht nach 3 bis 4 Wochen wieder entfernt werden.

Hammerzehe vorher

 

 

Transfixation mit Draht

 

 

Hammerzehe vorher

 

Transfixation mit Smart toe

 


 


Um diese Problematik zu umgehen wird von uns in der Praxis Balance seit 2 Jahren ein Implantat "smart toe" mit Erfolg eingesetzt. Das " smart toe ist eine Klammer die in den Knochenkanal des Grundgliedes und des Mittelgliedes nach Mittelgelenksresektion eingegeben wird. Das Metall wird in der Kälte, im Kühlschrank gelagert und so in den warmen Körper eingebracht; bei Körpertemperatur kommt es zur Ausdehnung des Metalls und zur sofortigen primären Fixation im Mittelgelenk. Es erfolgt ein schichtweiser Wundverschluss. Mit diesem Verfahren können die Risiken im Vergleich zur Transfixation mit einem Draht minimiert werden.

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